1895 - 1900 Gründungs und Aufbaujahre

Pfarrer Kons. Rat P. Robert Fürst 1850-1925

Wiederholt ging während der Amtszeit des Herrn Bezirkshauptmannes Hugo Ritter von Hebenstreit an unsere und andere Gemeinden der Aufruf Feuerwehren zu errichten, blieb aber bis zum Jahre 1894 ungehört und erfolglos.

Erst in den Wintermonaten 1894/95 gelang es Herrn Pfarrer Pater Robert Fürst mit einflussreichen Wartberger Bürgern, trotz Gegnerschaft, in WartberglKr. eine Feuerwehr ins Leben zu rufen. Am 13. April 1895 wurden die Statuten von der hohen k.k. Statthalterei genehmigt und die Feuerwehr Wartberg als Verein bestätigt. Am 23. Mai 1895 fand die konstituierende Versammlung statt, zu der auch mehrere Persönlichkeiten von Nachbarsfeuerwehren eingeladen waren. Nach einigen Ansprachen über die Wichtigkeit einer Feuerwehr wurde zur Wahl der Funktionäre geschritten, die folgendes Resultat ergab:

Obmann (Kommandant): Vinzenz Laus, Schulleiter
Obmann-Stellvertreter: Georg Schimpelsberger, Gastwirt
Spritzenmeister für die Saugspritze: Johann Wagenleithner
Stellvertreter: Georg Hauser
Spritzenmeister für die alte Spritze: Johann Ammering
Stellvertreter: Julian Hauser
Steiger: Wolfgang Meisleder
Rohrführer: Josef Raffelsberger
Stellvertreter: Karl Zorn
Rohrführer: Franz Humer
Stellvertreter: Johann Sterneder und Johann Kogler

Spritzenmannschaft:

Franz Schmied, Karl Heppner, Johann Hausl, Tobias Malek, F ranz Pramberger, Mathias Kleintesner, Georg Felbermair, Anton Lehner, Jakob Weiermair, Josef Rödl, Josef Wagenleithner, Franz Zauner, Franz Neubauer, Josef Kleinschmied, Johann Bamminger, Anton Strutzenberger, Karl Kalzonari, Franz Steinmaurer, Johann Mitterberger, Georg Hausmanninger
Hornisten: Johann Langeneder, Franz Geißberger, Johann Moder
Schriftführer und Kassier: Alois Ritter

Im Verlauf des Jahres gab es noch einige Ein- und Austritte und zum Jahresschluss einen Stand von 37 Mann.

Vinzenz Laus, erster Kommandant

Da der junge Verein (Feuerwehr) über keine finanziellen Mittel und auch über keine sonstigen Ausrüstungsgegenstände verfügte, wandte er sich an die stets opferwillige Bevölkerung von Wartberg sowie an bekannte Persönlichkeiten und Institute, die bei dieser Gelegenheit eine außerordentliche und lobenswerte Opferbereitschaft an den Tag legten; so wurde Geld zur Anschaffung von Schläuchen und einer Steigerleiter gespendet. Von Seite des oö. Landesausschusses erhielt der Verein aus dem Landesfeuerwehr-Fonds als Gründungsbeitrag 200 Gulden.

Von der Gemeinde wurden der Feuerwehr eine Saugspritze, eine alte Druckspritze, 160 m Schläuche, Wassereimer und eine Sturmlaterne zur Verfügung gestellt. Für Einsatz- und Ausfahrten verwendete man Pferdegespanne, welche ortsansässige Landwirte und Geschäftsleute beistellten. Alarmiert wurde mit den Kirchenglocken, ab dem Jahre 1916 auch mit einem Alarmhorn. Ein bereits bestehendes Depot, das instand gesetzt wurde, stand am Ortsplatz (vor dem Gasthaus Schimpelsberger) und diente der Feuerwehr vom Jahre 1895 bis 1905.

Die Feuerwehrmänner selbst waren nach Kräften bemüht, einen guten Ausbildungsstand zu erreichen und haben im ersten Jahr bereits zehn Übungen abgehalten, was sich auch lohnte.

Die Feuerwehr musste in den Aufbaujahren 1895 - 1900 bereits zu einigen größeren Bränden und wiederholt, bei Hochwasser ausrücken, um Hilfe zu leisten, wobei sie von der Bevölkerung immer großes Lob zugesprochen bekam.

Im Verlaufe dieser Zeit trat der Verein auch dem OÖ. Feuerwehrverbande sowie dem Unterstützungsverein OÖ. Feuerwehren bei und schloss sich dem Bezirksverein Kremsmünster an.

Feuerwehr Wartberg um die Jahrhundertwende

Während dieser Aufbauphase wurden viele Abendunterhaltungen und sonstige Veranstaltungen durchgeführt, die von der Bevölkerung bestens besucht wurden, sodass der Kassenstand immer wieder aufgebessert werden konnte, und durch die Unterstützung der Gemeinde und sonstiger Freunde der Feuerwehr war es dem Verein möglich, die Ausrüstung zu ergänzen und zu verbessern. Zu erwähnen sind auch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef im Jahre 1898.

Es kann ohne Übertreibung gesagt werden, dass der Feuerwehr-Verein Wartberg/Kr. für die damalige Zeit und mit der bescheidenen Ausrüstung bereits eine schlagkräftige Wehr war.

Dem Obmann (Kommandant) Vinzenz Laus, der sich für den Aufbau der Feuerwehr besondere Verdienste erworben hat, wird allseits mit seiner wackeren Mannschaft, größtes Lob ausgesprochen.

Quelle: Festschrift 100 Jahre FF Wartberg an der Krems, E-AW Johann Penninger.
FF Wartberg ist einsatzbereit

Die FF Wartberg

Freiwillig.

24 Stunden am Tag.

7 Tage in der Woche.

365 Tage im Jahr.

seit 1895.